top of page
Blick auf den Wüstenhorizont

Wofür trägt eine Führungskraft wirklich Verantwortung?

Für die Menschen, die die Ergebnisse liefern müssen. Nicht für die Ergebnisse selbst. Das wird häufig vergessen und ist der Kern der ganzen Sache. Die Zahl am Ende des Quartals ist ein Resultat, kein Auftrag. Dein Auftrag ist das, was davor liegt: dass die Leute wissen, worum es geht, dass sie beherrschen, was sie beherrschen müssen, und dass sie unter Bedingungen arbeiten, in denen Leistung überhaupt möglich ist.

Wer diesen Unterschied nicht macht, führt über Druck. Ihm bleibt nichts anderes, weil er das Falsche für seine Aufgabe hält.

Woran merkst du, dass die Rolle nicht sitzt?

Daran, dass du immer noch am liebsten alles selbst machst. Du springst ein, wenn es eng wird. Du übernimmst die schwierigen Fälle. Du erklärst dir das mit Effizienz, und kurzfristig stimmt das sogar. Nur entwickelt sich dabei niemand ausser dir. Ein zweites Zeichen: Du kennst die Zahlen deiner Leute besser als die Menschen dahinter. Und ein drittes: Läuft es gut, sagst du wir. Läuft es schlecht, sagst du die.

Meine Haltung dazu

Führung ist eine Rolle. Alles andere funktioniert nicht. Die Frage ist nur, wie du mit dieser Rolle umgehst.

Eine Rolle heisst nicht, dass du dich verstellst. Sie heisst, dass dein Verhalten nicht mehr Privatsache ist. Was du sagst, wiegt anders. Was du übergehst, wirkt als Erlaubnis. Wen du wie behandelst, wird zum Massstab für alle. Das lässt sich nicht abschalten, wenn es unangenehm wird. Genau darin liegt die Verantwortung, die viele nicht mitbedacht haben, als sie die Beförderung annahmen. Führung ist erlernbar. Nicht durch ein Seminar und nicht durch Charisma, sondern durch die Bereitschaft, hinzuschauen, was die Rolle verlangt, und danach zu handeln. Wer das tut, bekommt ein Team, das sein Potenzial entfaltet. Wer es lässt, bekommt Verwaltung.

Ratgeber und Werkzeuge

Über den Autor

Über 30 Jahre Berufserfahrung, zuletzt als Mitglied der Geschäftsleitung, wo ich eine Vertriebsorganisation von Grund auf aufgebaut und geführt habe. Ich weiss, wie es ist, ohne Vorbereitung in eine Führungsrolle zu kommen, und was es braucht, um sie auszufüllen.

Weitere Ratgeberthemen

Mitarbeiterführung als Rolle – Impulse aus dem Führungskräfte-Coaching

Von Roger Schenk. Business- und Personal-Coach, Inhaber und Gründer von OpenMind Sales.

Mitarbeiterführung findet oft im Spannungsfeld zwischen den Erwartungen der Firma, dem Kollektiv und den Bedürfnissen des Einzelnen statt. Wenn du dir der Verantwortung deiner Rolle bewusst wirst, wird dein Team sein Potenzial entfalten.

 

 

Die meisten Führungskräfte wurden befördert, weil sie gut waren in dem, was sie zuvor getan haben. Das bedeutet nicht, dass sie gut sind in dem, was sie heute tun müssen. Beförderung, Prestige, mehr Lohn, ja bitte. Verantwortung in ihrer ganzen Ausprägung, nein danke. Kaum jemand ist vor Stellenantritt wirklich bereit dafür. Das ist keine Schwäche, sondern ein Muster.

Warum ist kaum jemand auf die Rolle vorbereitet?

Weil die Beförderung eine Leistung belohnt, die mit der neuen Aufgabe wenig zu tun hat. Du warst der beste Verkäufer, der stärkste Fachmann, die zuverlässigste Kraft im Team. Genau dafür wirst du befördert. Ab dem ersten Tag zählt aber etwas anderes: nicht mehr, was du selbst leistest, sondern was andere durch dich leisten können. Das ist kein gradueller Unterschied, sondern ein Rollenwechsel. Und niemand sagt es dir. Man geht davon aus, dass es sich von selbst ergibt.

Wer bildet die Führungskraft eigentlich aus?

In den meisten Fällen die nächsthöhere Führungskraft, die unter Umständen im selben Dilemma steckt. Sie wurde nach demselben Muster befördert, hat dieselbe Vorbereitung bekommen und gibt weiter, was sie selbst erlebt hat. So pflanzt sich fort, was nie jemand entschieden hat. Das ist der Grund, warum Führungsprobleme in Organisationen so hartnäckig sind. Sie sind nicht die Summe einzelner schlechter Chefs. Sie entstehen aus einem Muster, das weitergereicht wird.

bottom of page